Anfang der 90er – Jahre errang Greenpeace in den internationalen Gremien einen großen Sieg für die Umwelt: Wer Atommüll versenken will, muss seither nachweisen, dass dieser unschädlich ist. Da dieser Beweis nicht erbracht werden kann, ist heutzutage die Versenkung von Atommüll im Meer verboten. Eine Gesetzgebung mit Vorbildcharakter für viele Branchen: Heute arbeiten ganze Wirtschaftszweige mit einer zertifizierten Nachhaltigkeit – getreu dem Vorsorgeprinzip.
Nicht allen Wirtschaftbereichen scheinen die Prinzipien und Mechanismen des Vorsorgeprinzips bekannt zu sein. Schauen wir uns die Finanzwelt an, so gilt hier eher das Motto: „Nach mir die Sintflut“. Menschen mit geringem Einkommen wurde es in den USA allzu leicht gemacht, Immobilien und Konsum über Kredite zu finanzieren, die mit überbewerteten Krediten abgesichert wurden. Die Banken wiederum verkauften immer neue Kredite, um Gewinne kurzfristig nach oben zu treiben. Viele haben sich weltweit an diesem gefährlichen Spiel beteiligt. Doch wer keine Vorsorge betreibt, dessen „Kartenhaus“ bricht irgendwann zusammen.

Nun sprechen Politiker von einer Finanzkrise. Doch es zeigt sich bereits heute, dass diese Krise auch vor unserer Umwelt nicht haltmachen wird. Schuld daran sind insbesondere die Programme zur Lösung dieser Krise. Industrien sollen mit Staatsgeld gefördert werden, die langfristig ohnehin nicht überleben können – Braunkohlekraftwerke beispielsweise. Das passt nicht in unsere heutige Zeit. Der hohe CO2-Ausstoß macht die Braunkohlekraftwerke zu Klimakillern, und das soll auch noch subventioniert werden? In den letzten 100 Jahren hat sich das Klima bereits um 0,7 Grad aufgeheizt. Das klingt nicht viel, doch Klimaexperten sprechen bereits davon, dass bei 2 Grad plus die Erwärmung unabsehbare Folgen haben wird. Die Klimakrise ist eindeutig gefährlicher als die Wirtschaftskrise. 2 Grad plus und zunehmende Dürren, Stürme und Überschwemmungen werden verheerende Auswirkungen für die Menschen haben! Ganz zu schweigen von den Millionen Klimaflüchtlingen, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause ihre Rechte einfordern werden.

Geld, das jetzt in alte Strukturen gesteckt wird, müsste dringend zur Bewältigung der Klimakrise eingesetzt werden. Schon heute könnten wir zum Beispiel in Nordafrika leistungsfähige Solarkraftwerke bauen. Die Technik ist fertig – die Investoren fehlen. Und vor allem fehlt der politische Wille.

Stattdessen werden nur die kurzfristigen Interessen der Stromkonzerne bedient. Wenn sich solche Krisen nicht wiederholen sollen, muss die Gesellschaft endlich einsehen, dass sie eine nachhaltige Wirtschaftsweise braucht.

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